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Am 3.12.06 veranstaltete ver.di-flughafenregion ihren 6. gewerkschaftspolitischen Frühschoppen

Thema: Rente mit 67! Was soll das??

Weit über 50 Teilnehmer konnte die Vorsitzender der ver.di flughafenregion beim sonntäglichen Stammtisch begrüßen. Einen Zusammenhang zwischen Rente ab 67, Hartz-Gesetzten und den geplanten Ausgliederungen bei der Deutschen Telekom stellte der Vorsitzende des ver.di-Bezirks München, Harald Pürzel, her: „Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslose werden mit Reformen belästigt, die nichts anderes bedeuten, als den Abbau sozialer Leistungen, Lohnkürzung und die Verlängerung der Arbeitszeiten, die den Arbeitgebern wiederum Spielraum für den Abbau von Arbeitsplätzen schafft.“ Telekom-Chef René Obermann spreche allen Ernstes im Zusammenhang mit den Ausgliederungen bei der Telekom, die nur den Zweck verfolgten, die Löhne zu drücken, von „unverzichtbaren Reformen“. Zwar bedeute  Reform im Wortsinne nichts weiter als Umgestaltung, werde aber gewöhnlich als „Wandel zum Besseren“ verstanden. Da dürfe man schon fragen, für wen solche Reformen eine Verbesserung darstellten, so Pürzel. Die Antwort gab er selbst: „Für die Unternehmer, die nicht mehr paritätisch an der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme beteiligt werden, für die Aktionäre der Telekom, deren Dividende dank abgesenkter Löhne steigen wird: mit Sicherheit. Für Rentner, Arbeitslose und Beschäftigte aber gewiss nicht.“

Die vorgebliche Unvermeidbarkeit dieser Art von Reformen kritisierte Pürzel am Beispiel „Rente ab 67“: Der demographische Wandel führe zwar in der Tat dazu, dass immer weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter für immer mehr Rentner aufkommen müssten. Dass der Anstieg der Produktivität dies aber ohne Schwierigkeiten ermögliche, ließen die Reformbefürworter hingegen stets unter den Tisch fallen: „Das eigentliche Problem der Rentenversicherung ist nicht die Alterung der Gesellschaft, sondern vielmehr, dass die abhängig Beschäftigten in immer geringerem Maße am Produktivitätswachstum teilhaben. Die Verteilung stimmt nicht mehr: Auf unserer Seite zu geringe Lohnerhöhungen und als Folge davon unzureichende Beitragseinnahmen der Rentenkassen, auf Arbeitgeberseite hingegen deutlich gestiegene Renditen – daran muss etwas geändert werden, nicht am Renteneintrittsalter!“

Detaillierte Informationen zur Rente mit 67 kamen von Josef Kress von der Deutschen Rentenversicherung und von Kai Senf vom DGB. Den Vorträgen schloss sich eine engagierte Diskussion an. Eine rundum gelungen Veranstaltung wie die Vorsitzende am Ende betonte. Hier wurde deutlich, das auch einem Sonntag die ver.di-Mitglieder an Informationen interessiert sind. Wieder ein Erfolg für die ver.di-flughafenregion (Zuständig für alle ver.di-Mitglieder in den Landkreisen Freising und Erding)